Steuern beim Immobilienerwerb in Deutschland: Leitfaden für israelische Immobilieninvestoren
LMG – Real Estate Law

Der Erwerb von Immobilien in Deutschland ist für israelische Investoren attraktiv, insbesondere aufgrund stabiler Märkte, einer verlässlichen Rechtsordnung und langfristiger Wertentwicklung. Gleichzeitig unterscheidet sich das deutsche Steuersystem erheblich von dem israelischen. Wer diese Unterschiede kennt, kann Risiken vermeiden und besser kalkulieren.
1. Grunderwerbsteuer
Die wichtigste Steuer beim Immobilienkauf ist die Grunderwerbsteuer. Sie fällt einmalig beim Erwerb an und wird von den Bundesländern festgelegt.
- Höhe: je nach Bundesland 3,5% bis 6,5% des Kaufpreises.
- Steuerpflicht: Käufer.
- Fälligkeit: wenige Wochen nach Vertragsabschluss.
Wichtig für israelische Investoren: Ohne Zahlung der Grunderwerbsteuer erfolgt keine Eintragung im Grundbuch. Das Eigentum geht rechtlich erst mit der Eintragung über.
2. Notar- und Grundbuchkosten
In Deutschland ist der Immobilienkauf zwingend notariell zu beurkunden.
- Notarkosten: ca. 1,0% bis 1,5% des Kaufpreises.
- Grundbuchkosten: ca. 0,5% des Kaufpreises.
Der Notar ist neutral und vertritt nicht die Interessen einer Partei. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen Immobiliengeschäften in Israel.
3. Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer)
Wohnimmobilien sind in der Regel umsatzsteuerfrei.
Bei gewerblichen Immobilien kann jedoch Umsatzsteuer anfallen. Der Regelsteuersatz beträgt 19%. In vielen Fällen kann auf die Steuer verzichtet oder sie als Vorsteuer geltend gemacht werden. Die steuerliche Strukturierung ist daher entscheidend.
4. Laufende Steuern nach dem Kauf
Auch wenn sie nicht direkt beim Erwerb anfallen, sollten Investoren diese Steuern früh berücksichtigen:
- Grundsteuer, jährlich und meist relativ niedrig.
- Einkommensteuer auf Mieteinnahmen.
- Gegebenenfalls Körperschaftsteuer, wenn über eine GmbH investiert wird.
5. Typische Fehler ausländischer Investoren
Zu den häufigsten Fehlern ausländischer Investoren gehören:
- Unterschätzung der Erwerbsnebenkosten, oft 10% bis 15% des Kaufpreises.
- Fehlende steuerliche Struktur vor dem Kauf.
- Kauf ohne Prüfung des Doppelbesteuerungsabkommens Deutschland-Israel.
Fazit
Der Immobilienerwerb in Deutschland ist transparent, aber steuerlich komplex. Eine frühzeitige rechtliche und steuerliche Beratung ist für israelische Investoren entscheidend, um Kosten realistisch zu kalkulieren und rechtssicher zu investieren.
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